2012.07 Schottland – Highlands up to the North

26.05.12 Samstag Anreisetag

Nachdem die Lufthansa unseren Flug ordentlich nach hinten verschoben hat, haben wir daheim reichlich Zeit. Trotz des Pfingstreiseverkehrs kommen wir gut durch nach D’dorf, cruisen eine Runde übers Gelände auf der Suche nach der Einflugschneise fürs Parkhaus und stellen unser Auto im Parkhaus 4 Stellplatz 5741 ab.

Am Flughafen selbst ist alles easy und entspannt, sogar die Security. Unser Flug startet pünktlich mit nur einer Handvoll Reisender, vielleicht 30 Leute, eher weniger. Beim Landeanflug fliegen wir über die Cairngorms, die noch schneebedeckte Gipfel haben, sieht echt gut aus von oben! Auf dem wirklich winzigen Flughafen von Inverness begrüßt uns strahlendstes Sommersonnenwetter und da wir ja nur so wenige sind, warten wir vielleicht so 3 min auf unser Gepäck. Schneller wäre es nur gegangen wenn jeder sich seinen Koffer selbst mit aus dem Flieger genommen hätte 🙂

Nun noch kurz das Auto geholt, eine Renault Megane, und los gehts! (Brav wie wir sind haben wir, wie man es uns gesagt hat, das Auto auf Beschädigungen untersucht. Als wir wegen einiger Kratzern Bescheid geben wollen, erklärt uns der junge Mann, wenn er die Kratzer aus 2m Entfernung nicht sehen kann, sind da keine! Ok, dann ist ja gut )

Ein kleiner Zwischenstopp im CoOp von Nairn und wir sind eingedeckt mit dem Wichtigsten. Die kleine A339 führt uns durch landschaftlich schöne Gegenden. Felder mit leuchtend gelb blühenden Ginsterhecken wechseln sich mit urigen Wäldern ab. Schließlich finden wir eine kleine Haltebucht und machen erstmal einen kleinen Boxenstopp, umgeben von Heide, Moorseen, Lerchengsang und den weißen Gipfel in der Ferne. Schließlich erreichen wir Grantown on Spey und unser B&B Dunnallan. Jane ist wirklich reizend und wir fühlen uns gleich wie zuhaus. Also ab mit den Klamotten aufs wirklich tolle, große Zimmer und ihrem Tipp folgen: Spaziergang zum River Spey. Der Weg führt uns durch die Anagach Woods, wirklich toll, urig, alter Baumbestand und es ist wirklich richtig warm! Der Spey windet sich dunkel, malerisch durch das  grüne Tal. Die Ufer sind gesäumt von Sumpfdotterblumen und blauen Lupinen. Dankenswerterweise sind die 1000000000000000000000000 Mücken und Geziefer in der Luft nicht hungrig oder nicht von der stechenden Natur. Wir laufen bis zur alten Spey Bridge, wo sich ein paar Leuten kurzer Hand ins Grass gehockt haben und grillen! (Später stellen wir fest, dass man hier in jedem noch so kleinen Supermarkt Einweggrill kaufen kann, fürs spontane grillen an Tagen wie diesen. Es gibt auch Picknickgruppen, wo der Tisch extra eine Steinplatte hat, zum Abstellen von den Grills) Hm der Duft lässt meinen Magen sich melden. So wandern wir gemütlich in der Abendsonne zurück und kehren im „The Craig“ ein und lassen unseren ersten Tag in Schottland bei Ale, Cider und Pie (Moo & Blue Pie = Beef + Stilton=lecker!) ausklingen. Wetter kann gerne so bleiben! Allerdings wäre ich jetzt wirklich dringend gerne meine Erkältung los, weil die stört doch gewaltig, vor allem beim schlafen. Die Nacht ist daher leider für mich eher unruhig und kurz *gäääähn*

27.05.12 Sonntag

Wow, das Wetter ist noch immer makellos. Da ich schon wach bin, suche ich mir eine Tour im Wanderfüher aus. Das Wetter will genutzt werden!!! Wir entscheiden uns für die Rundwanderung zum Gipfel des Meall a’Bhuachaille (keine Idee wie das auszusprechen ist)  und zum An Loch Uaine. In der Nähe des Loch Morlich, an dem heute schwer was los ist, am Glenmore Visitor Centre startet unsere Tour. Der Weg gewinnt rasch an Höhe als wir durch den urigen Wald laufen. Und ich bin überzeugt davon, dass diese uralten abgestorbenen Bäume (zumindest sehen sie so aus) eine Persönlichkeit haben! Wer weiß schon was die Nachts so treiben, wenn keiner da ist…..

Hier im Schatten neben dem kleinen Bachlauf ist es noch sehr angenehmen, das ändert sich schlagartig als wir die Höhenheide erreichen und der prallen Sonne ausgesetzt sind. Meine lieber Mann, ist das heiß!!! Wahrscheinlich ist daher kaum einer unterwegs, nur drei weitere Wanderer sind ebenfalls unterwegs zum Gipfel. Jede kleine Brise ist heute eine echte Wohltat! Da der Weg ziemlich direkt ansteigt, erreichen wir bald den Gipfel. War dir Aussicht unterwegs schon klasse, hier ist sie einfach grandios. Bei diesem Ausnahmewetter reicht der Blick ins Tal Strathspey, nach Aviemore und Loch Garten, in Richtung Süden zur Gipfelkette der hohen Cairngorms und noch weiter zum Gebirge von Lochnagar und dem Dee-Tal. Unglaublich! Ein Mitwanderer meint ‘’One day only!’’  gut das wir ihn grad genießen können. Irgendwann nach geraumer Zeit schaffen wir es uns loszureißen und steigen ab zum Ryvoan Bothy. ‘Absteigen’ meint dabei auf 1,5km 400Höhenmeter abwärts!! Sehr steil, sehr direkt, gut das hier einiges an Steinstufen eingesetzt ist. Was bin ich froh, das wir hier nicht rauf sind!!

GPS Daten :

Gesamtstrecke: 9.46 km
Maximale Höhe: 808 m
Gesamtanstieg: 570 m
Download file: 20120527_meall_a_bhuachaille.gpx

Von der kleinen Steinhütte an geht es dann deutlich bequemer weiter bis zum An Lochan Uaine. Hier dreht sich nun kein Lüftchen und es ist definitiv bullenheiß! Am See, wo sich etwas mehr Leute tummeln, führt dies dazu, dass sich einige beherzt in die grünen Fluten werfen. Ok, mit den Beinen rein fände ich jetzt auch toll, wären da nicht diese Viecher im Wasser, die ich ganz stark im Verdacht habe, Blutegel zu sein *igitt* So belassen wir es beim picknicken. Auf unserem letzen Wegstück treffen wir noch auf viele der fleischfressenden Veilchenvarianten, die in Irland Kerry-Veilchen heißen. Am Visitor Centre schließt sich dann unsere grandiose Aussichtsrundwanderung! Am Rothiemurchus Centre machen wir erstmal ein Kaffeepäuschen im „Drui“ und ich gönne mir ein leckeres Eis aus dem Farm shop *yammie*

Danach schlendern wir noch ein wenig am Loch an Eilein mit seiner kleinen Inselburgruine. Die im 14. Jhdt. erbaute Inselburg bot Zuflucht vor Viehdieben und trotzte noch im Jahr 1690 einer Belagerung durch die Jakobiten. Hier ist mittlerweile schon Ruhe eingekehrt und es friedlich und wunderschön! Den tollen Tag beenden wir mit einem Essen im „The Garth Hotel“ (ok, aber kein ‚Aha‘) und einem Absacker im „The Craig“. Ein phantastischer Tag! Und sowas von Hochsommer und das ist, wie Jane uns sagt, extrem selten! Wir sind gespannt wie es weitergeht…..

28.05.12 Montag

Nach einem weiteren tollen Frühstück verabschieden wir uns von Jane&Dave und machen uns auf den Weg nach Spean Bridge. Ob des weiteren Hochsommertages halten wir immer wieder unterwegs an und genießen die tollen Gegend. In Fort William angekommen laufen wir vom Visitor Cenre ins Glen Nevis Tal rein. Der Weg führt uns auf einem schmalen Pfad, der immer wieder kleine Bäche überquert, am River Nevis entlang. Das hier immer wieder Filme gedreht wurden z.B. Braveheart oder Rob Roy wundert uns bei dieser Szenerie gar nicht. Ebenfalls wundert es nicht, dass sich hier heute einige Gruppen im Fluss tummeln, es ist aber auch wirklich superheiß! Am Wendepunkt unserer Rundtour erwartet uns ein kleiner Kaskadenwasserfall mit kleinem Klamm. Klein, aber sehr fein! Der Rückweg führt uns etwas oberhalb des Tales durch schattigen Wald zurück zum Ausgangspunkt und heute ist Schatten sowas von gut! In der Spean Lodge werden wie herzlich von Glen empfangen und wie schon im Vorjahr fühlen wir uns sofort wie zuhause. Mit unseren Einkäufen bewaffnet machen wir uns auf die Suche nach einem schönen Picknickplatz. Am Commando Memorial können wir noch einen tollen Blick auf den in der Abendsonne leuchtenden Ben Nevis werfen. Das Wetter hat sich deutlich bewölkt und die Temperaturen sind stark gesunken. Schließlich finden wir ein Fleckchen am Loch Lochy mit Aussicht über den See. Da der Wind nun wirklich unangenehm kühl ist, wird es ein Picknick im Auto, auch gut -:)

GPS Track »River Nevis«

29.05.12 Dienstag

Das Wetter ist nun vollständig bedeckt  und die Wolken hängen sehr tief. Daher empfiehlt sich heute eher keine Wanderung in der Höhe. Wir fahren also durch das bei jedem Wetter beeindruckende Glen Coe und dann eine nette kleine Single Track road bis zum Loch Etive. Unterwegs haben wir Gelegenheit eine Gruppe von Hirschkühen beim Fressen zu beobachten. So wirklich scheu sind die hier mal nicht 🙂 Der River Etive bildet an manchen Stellen schöne Kaskaden und Becken. Das hier an solchen Flecken Zelte aufgeschlagen sind wundert uns nun gar nicht. Sieht man davon ab, das Camping und ich nicht so recht zusammenpassen, ist die Vorstellung hier morgens den Kopf aus dem Zelt zu stecken und diese Kulisse vor Augen zu haben, schon sehr ansprechend. Am Ende der Straßen erreichen wir Loch Etive. Dann wird es schwierig, den Einstiegspunkt zur im Buch beschriebenen Route können wir partout nicht finden. Zugewachsen? Den Forstarbeiten zum Opfer gefallen? Also gehen wir erstmal geradeaus am Ufer entlang. Die Tatsache das man hier regelmäßig im Sumpf einsinkt ist nicht so tragisch. Aber dann sehe ich die ersten Zecken das Hosenbein raufkrabbeln!! Pfui!! Irgendwann reicht es mir, das ist wirklich nur widerlich, so daß wir umdrehen. Ich rede hier nicht von hier und da mal eine Zecke sondern von X Stück. *schauder*

Das war dann mal nix! Der traumschöne Picknickplatz am Fluss mit Wasserfall und Punz entschädigt etwas. Was täte ich nicht um einen solchen Platz daheim in der Nähe zu haben. Im Glencoe Village kehren wir erstmal in ein kleines Cafe ein, sehr nett, allerdings soll ich wohl keinen Lemon&Lime Cheesecake essen, weil darin findet sich ein nicht identifizierbarer Schnipsel Plastik. Naja also keinen Kuchen! Dem Cheffe ist das sichtlich unangenehm und er entschuldigt sich persönlich, der Kaffee geht auf Haus. Wir bummeln noch eine Runde durch Fort William und stellen fest, auch an Schottland ist die Wirtschaftskrise nicht spurlos vorrüber gegangen. Hier stehen doch reichlich Ladengeschäfte leer. Den Tag lassen wir im Old Station Restaurant ausklingen mit Tomato&Basil Soup of the day gefolgt von Lochaber Salmon bzw. Chicken with Haggisstuffing, als Dessert für mich Honey-Whisky&Rhasperry Icecream (ich hatte ja schließlich keinen cheesecake) – YAMMIE!! Einige Whisky später endet dieser von Top’s und Flop’s geprägte Tag und wir sind gespannt was der nächste bringt.

30.05.12 Mittwoch

Schweren Herzen verabschieden wir uns von Glen und der Spean Lodge. Es ist doch einfach immer einfach klasse dort! Wir machen uns auf den Weg nach Skye und nehmen diesmal die Route über die A8 über Glenfinnan nach Mallaig und dann die Fähre. Das Wetter macht leider nicht so doll mit, zwar regnet es nicht aber die Wolkendecke hängt extrem tief und behindern die Sicht auf die malerische Gegend. Wir bekommen noch ein Plätzchen auf der 12:15 Fähre und sind kaum eine halbe stunde später auf Skye. Da es quasi direkt am Hafen liegt besichtigen wir Armadale Castle & Gardens. Beeindrucken sind vor allem die uralten riesigen Bäume. Beim Musseum, welche die Geschichte der McDonalds erzählt, tummelt sich ein recht zutraulicher Pfau. Einzig die beiden riesen scottish Deerhounds scheinen ihn dann doch etwas nervös zu machen. Vom eigentlich Castle ist allerdings nicht viel übrig. Von hier aus fahren wir die Rundtour über die Sleat Halbinsel. Da das Wetter immer besser wird, cruisen wir noch weiter über die Insel. Nachdem wir in einem Supermarkt unsere Vorräte aufgefüllt haben landen wir schließlich in der Talisker Bay und picknicken erstmal eine Runde. Die Destillerie werden wir warscheinlich morgen besichtigen. Schlussendlich erreichen wir Portree und unser B&B. Dies ist naja, sagen wir mal ok, sauber, das wars…… Da es mittlerweile superschön geworden ist drehen wir noch eine Runde über Trotternish vorbei am Old Man of Storr bis zum Kilt Rock, Staffin, die Passstrasse vorbei am Felsenlabyrinth und über  Uig wieder zurück nach Portree. Das ganze natürlich mit reichlich Viewpoints und Fotostopps versteht sich.

31.05.12 Donnerstag

Hm zum Frühstück gibt es eine Runde Regen und wir nutzen die Zeit für eine sehr informative Führung durch die Tallisker Destillerie. Nettie unser Guide versprüht reichlich schottischen Charme 🙂 Sie erklärt uns der Regen heute seie sehr willkommen, da sie mit ihrer Produktion am Quellwasser hängen und es derzeit einfach zu trocken ist. Da ja eine Flasche mit dem Flieger zu transportieren immer ein Problem darstellt, nehme ich mir eines der schönen Longsleeve mit. Inzwischen hat das Wetter aufgeklart und es ist toll sonnig. Der Wind allerdings ist recht kalt. Das hindert uns aber nicht daran am Loch Dunvegan gegenüber der Seehundkolonie Stellung zu beziehen und den Tieren ein wenig beim sonnen zuzuschauen. Ein Besuch bei Skye Silver ist unumgänglich und so habe ich zu meinem Ring nun ein passendes Geschmeide für den Hals. Weiter auf Duirinish fahren wir raus zum Neist Point und wandern ganz raus bis zum Leuchtturm. Es ist einfach traumschön hier und die Insel der Wolken macht ein mal mehr ihrem Namen alle Ehre! Überall an den Klippen nisten Möwen, auf den Hügeln tummeln sich die Schafe und wenn man genau hinhört, hört man das Geträller der Lerchen zwischen dem Möwengeschrei. Nur die Wale, die man hier oft zu sehen bekommt, machen heute wohl eine Pause.

Geraume Zeit später machen wir noch eine Stippvisite auf der Halbinsel Waternish. Wir folgen Glen’s Tipp und kehren im Stein Inn ein, einem wirklich urigen traditionellen Pub mit leckeren Essen. Hätten wir nicht noch fahren müssen, hier hätte man prima versacken können 🙂 Mal sehen was das Wetter morgen macht, vielleicht passt es ja für eine größere Wanderung.

01.06.12 Freitag

Wetter passt – einige lockere Wolkenfelder, die sich aber verziehen. Wir starten unsere Wanderung zum Sgürr na Stri (494m) vom Parkplatz in Sligachan.

Der Weg führt ins Tal immer mit einem tollen Blick auf die Cuillins…… Das Tal ist hier weit und der Weg gemütlich. Die Berge ragen höchst imposant links und rechts von uns auf, Sgurr nan Gillean rechts, die Red Hills und Marsco links. Der zweite Wegteile wird steiler und gerölliger. Die Pyramide, Sgurr Hain, die linkerhand aufragt ist noch nicht unser Ziel. Zum Gipfel selbst wird es dann mit einem Mal spannend weil man keinen richtigen Pfad mehr ausmachen kann. Einer undeutliche Spur folgend mühen wir uns durch eine Schotterrinne hoch. Eine rechte Biestrei das ganze aber als wir endlich oben sind, entschädigt die Aussicht an einem Tag wie heute für die Strapazen. Einfach nur WOW!!!

Der Blick geht raus nach Eigg, Rum und Mull. Man schaut auf die Camusunary bay und Loch na Creitheac. Die Sicht auf die Cuillin Ridge ringsum ist atemberaubend. Von der Felskante hinunter sehen wir zwei weiße Sandstrände und das blaugrüne Meer. Auf einer kleinen Felsnase vorm eigentlichen Gipfe sitzt man wie auf einem Schiffsbug und fühlt sich wie ein Kapitän der mit der „Isle of Skye“  zum Horizont segelt. Mir fehlen eine Runde die Worte……

Nun ist es aber eine Sache  den Gipfel zu erreiche, eine andere die Wanderung zu beenden d.h. wir müssen das Ganze ja auch noch wieder zurück. Und ich sage euch, das zieht sich!! Wirklich platt und sehr spät kommen wir am Ender dieser 27km Tour an unserem Auto an. Zum Essengehen sind wir viel zu spät, so muss es heute ein Wrap aus dem Supermarkt tun und Flüssignahrung im Isle Inn.

GPS Track »Sgürr na Stri«

02.06. 12 Samstag

Wir verlassen Skye, naja wir versuchen es. Da das Wetter noch immer makellos ist fahren wir nochmal runter nach Elgol und schauen uns von hier unseren Berg von gestern an. Ein kleines Kaffeepäuschen machen wir Cuillin View Caffee mit Blaubeerscones und einem wirklich netten Gastgeber, der uns geschwind mit einigen Tipps versorgt. Auf die Frage ob wir schonmal auf Skye waren, antworten wir wahrheitsgemäß ja und es war Liebe auf den ersten Blick. Worauf er antwortet, ja, ja und dann endet es damit, dass ihr rumfahrt und hier ein Haus sucht. Wir reißen uns los und fahren noch ‘kurz’ am Eileanne Dounen Castle vorbei, weil es ja doch so schön malerisch ist.

Schließlich schlagen wir unsere Nordroute ein, mit einem kleinen Zwischenstopp in dem malerischen Plockton. Die Gegend wird zusehens einsamer. Wir passieren den wunderschönen Loch Maree und kommen schließlich gegen halb sieben in unserem B&B in Badachro an. Da klemmt ein Zettel an der Tür, kommt rein, fühlt euch zu haus, wir sind zum grillen an den Strand! Cool! Wir machen das und schlendern dann rüber zum Badachro Inn zu einem leckeren Abendessen mit toller Aussicht auf die Bay.

03.06.12 Sonntag

Oh, Mann, die Zeit rennt wie blöde, schon Sonntag…. Wetter immer noch grandios, mal sehen was wir heute machen. Wir entschließen uns für unseren ersten Munro, den Beinn Eighe. Gesagt, gefahren, von einem Parkplatz unweit Kinlochewe starten wir unsere Wanderung. Immer leicht ansteigend führt uns der Weg immer weiter weg von der Zivilisation in die ‘Wildnis’. Ein durch uns und unsere Mitwanderer verschreckte Hirsch verschwindet eilig über die weite Landschaft. Eindrucksvoll ragen wir Gipfel der Highlands um uns auf. Nach ca. ….h erreichen wir den Talschluss Coire Mhic  Fhearchair mit seinem kristallklaren See. Auch wenn ich das Wort wirklich überstrapaziere, traumhaftschön! Wir steigen weiter auf und beginnen uns langsam etwas Sorgen ums Wetter zu machen, da es sich ziemlich bewölkt hat. Nach weiteren kleinere Seen und der Absturzstelles des 1951 hier verunglückten Lancaster erreichen wir schließlich die Schotterrinne, durch die wir auf steigen wollen. Oh, jeh, wie soll das nur gehen? Aber es klappt dann doch besser als zunächst gedacht, da wir uns zeitlich am Fels halten und auf diesem wie auf Treppenstufen schräg steigen können und das lose Geröll meiden. Drei andere, die uns von oben entgegen kommen,  zeigen wie man es nicht macht! Immer wieder treten sie Geröll los. Von Steinschlaggefahr scheinen sie noch nix gehört zu haben!

Oben angekommen laufen wir bequem über den Grat zum Gipfel Ruadh-stac Mòr 1010m – Geschafft! Unser erster Munro! Die Aussicht über die Highlands und zahllose Seen ist kaum zu beschreiben. Allerdings ist nicht zu übersehen dass zwischen den Bergen einiges an Schauern unterwegs ist und die kommen auch näher … Kaum das wir uns vom Gipfel abwenden tanzen bereits die ersten Schneeflocken um uns. Ok, also umziehen und dann weiter entlang des Hauptgrates. Dann dreht der Wind nochmal und wir stehen in windeseile in einem Graupelschauer. Leicht angefeuchtet erreichen wir den Spidean Coire nan Clach und damit quasi unseren zweiten Munro.

Ob der Wetterlage halten wir uns hier aber nicht lange auf. Der Abstieg am Triangulationspunt ist unangenehm direkt aber dankenswerterweis beginnt der Rege schon nachzulassen. Nach und nach verlieren wir an Höhe. Nach dem steilsten Stück wird dann auch der Weg wieder angenehmer und der Regen ist vorbei. Ob der vorgerückten Stunde spurtet Jens (der ja nicht kaputtzukriegen ist) vor, um das Auto zu holen, während ich gemütlich weiter absteige. Als ich dann endlich unten angetrödelt komme, fährt Jens schon vor. Ist der gejoggt? Yep, ist er, aber auch ein kleines Stück mitgenommen worden. Grade noch rechtzeitig und ohne Umziehen kommen wir im Badachro Inn an. 5min später und die Küche wäre zu gewesen. Den Burger haben wir uns aber auch redlich verdient. Der Wirt schaut über seine Zapfhähne ‘Better now?’ – ach ja, mir sieht man ja doch immer alles an J

GPS Track »Beinn Eighe«

04.06.12 Montag

Wie in aller Welt kann das schon Montag sein? Heute erstmal alles gemächlich, die Tour von gestern steckt mir mächtig in den Knochen. Nach einem netten Plausch mit Gordon&Vanessa und einer letzten Knuddelrunde mit den Hunden verabschieden wir uns mit dem Entschluss hier bestimmt nochmal hinzufahren. Wir fahren raus zum Redpointbeach und laufen eine Runde entlang des Strandes und der Landzunge. Was hat man hier eine Aussicht! Danach fahren wir gemütlich weiter nordwärts und machen einen Zwischenstopp am Loch Maree, der sein Prädikat ‘schönster See’ auf jedenfall verdient. Einen Piclnickstopp legen wir noch gegenüber Gruinard Island, auf der Seeadler ausgesetzt wurden, die wir aber leider nicht zu Gesicht kriegen. Die Insel ist mit gutem Grund verlassen, wurde hier doch während des 2. Weltkrieges mit Milzbrand experimentiert und die Insel hochgradig verseucht. Zwar ist sie 1990 offiziell als unbedenkich eingestuft worden, leben will aber trotzdem niemand dort, ach was…

Auf unserer Weiterfahrt besuchen wir noch den Measach Wasserfall und die Corrieshalloch-Schlucht. Nett hier aber Vanessa hat schon recht, wer die Wasserfälle in den Alpen kennt, kann das hier nicht so beeindrucken und auch hier ist die Trockenperiode zu bemerken. Sicher geht hier sonst mehr Wasser durch. Wir umrunden Loch Broom und erreichen schließlich Ullapool. Das Riverview B&B ist von außen eher unscheinbar aber drinnen wirklich toll eingerichtet. Ok, das Bad könnte etwas größer sein, aber Nadine ist sehr nett und freundlich = hoher Wohlfühlfaktor. Ihrem Tipp folgend gehen wir ins Arch Inn zum Abendessen, die kleine Wartezeit an der Bar lohnt sich, denn dieser Koch versteht sein Handwerk!

05.06.12 Dienstag

Ob des weiterhin sonnigen Wetter besteigen wir heute den Stac Pollaidh, auch Stac Polly genannt. Der Zustieg ist heute fein kurz, es sind daher einige Leute unterwegs, von 4 Jahren bis ca. 75 J Der Berg selbst ist ein kleines Elbsandsteingebirge und die Kletterei zu den Gipfeln macht echt Spass. Nur den Nordgipfel lasse ich aus weil ein dicker, großer Brocken auf dem Grat liegt. Die Umkletterung desselben ist dann doch nur was für Jens. Aber die Aussicht von hier oben ist heute atemberaubend! Schöner und eindrucksvoller geht es kaum. Leute, mir gehen die Adjektive aus, fahrt einfach hin und schaut es euch selbst an! Irgendwann reißen wir uns los und steigen ab, umrunden die andere Bergseite und laufen zurück zum Auto. Hier müssen wir uns mit dem Einsteigen etwas beeilen weil die Midges heute wieder besonders hungrig sind. Wir fahren auf der Single Track road weiter raus Richtung Summer Isle. Ein Boxenstopp bei Summer Isle Food und wir machen ein Picknick in den Dünen des Auchnahaird Beach. Der mit Torf geräucherte Lachs und noch viel mehr der mit Glen Moray Whisky verfeinerte sollte dringend nach Deutschland exportiert werden! Leckerer geht’s nicht!

Über uns strahlendster Sonnenschein und blitzblauer Himmel. Rechts und links von uns ziehen dicke Wolkenberge ins Landesinnere und regnen ab. Nein, was haben wir wieder ein Glück. Wir machen uns langsam auf den Rückweg und kehren auch heute wieder im Arch Inn ein. Wieder ist das Essen bestens und die Bedienung sehr nett.

GPS Track »Stac Polliadh«

06.06.12 Mittwoch

Schon Mittwoch, ohweh!! Nach einem weiteren schönen Frühstück verabschieden wir uns von Nadine. Da das Wetter heute nicht mehr so freundlich ist, machen wir erstmal einen kleinen ‘Stadt’bummel durch Ullapool. Dann cruisen wir immer über kleine Straßen und entlang der Küste gen Norden. Die Gegend wird dabei zunehmen rauer und unbwohnter. Obwohl es immer wieder erstaunt, dass sich mit einemmal mitten im nirgendwo Häuser finden. Da muss man aber wirklich ganz dringend seine Ruhe haben wollen, wenn man hier hin baut. Am Loch Assyn machen wir Stopp und besuchen das Ardvreck Castle. Leider ist nicht mehr viel übrig von der 1591 von den McCleods erbauten Burg, aber malerisch gelegen. Und natürlich mit einigen Geistergeschichten behaftet. So erzählt man sich, die Tochter eines der McCleos Clanführer wurde mit dem Teufel verheiratet um die Burg zu schützen. Diese stürzte sich vom Turm in den See und geht seither als weiße Damen am Ufer um.

Aber die Einheimischen hier erzählen sich, dass sie gar nicht umkam, sondern sich vorm Teufel im See versteckte und dort als Nixe lebt. An manchen Tage, so bezeugen sie, wenn der See Hochwasser hat, habe man sie auf den Felsen sitzen gesehen. Der Weg geht immer weiter durch wildromantische Landschaft und so erreichen wir schließlich unseren nördlichsten Stützpunkt Durness. Das Aiden Hill B&B ist ein wahres Kleinod hier oben in der Einsamkeit! Wir besuchen noch die Smoo Cave mit ihrem Wasserfall und beschließen den Tag mit einem Picknick mit Blick auf die See.

07.06.12 Donnerstag

Der Tag beginnt mit einem opulenten Frühstück und draußen mit viel Wind. Wir fahren erstmal runter zum Strand und schauen dem Wellengetose zu. Was für ein Spass! Als sich der Wind etwas beruhigt hat, brechen wir auf zu einer Rundwanderung raus zum Faraid Head. Da der Tag doch sehr bedeckt und regnerisch begonnen hat, lassen wir Cape Wrath aus. Aber die Wanderung ist auch ziemlich klasse!  Zunächst erreichen wir an den Klippen den Puffin Rock und beobachten eine ganze Weile diese lustigen kleinen Papageientaucher. So mit der Landung haben sie es nicht besonders J Füße an den Boden, dann auf den Bauch plumsen und mit dem Schnabel im Sand stecken! Sowas von Comic! Wir wandern weiter durch die Dünenlandschaft und das sehr lang! Und nach der Düne, wieder eine Düne! Wer rechnet denn im Norden Schottlands mit sowas! Schafe, die im vollen Galopp durch den Sand preschen, sind ein nicht minder spassiger Anblick wie die Puffins. Wir laufen raus aufs Head und somit an den definitiv nördlichsten Punkt unsere Reise. Als wir dann wieder durch die Dünen runter zum Balnakeil Beach laufen reißt es mit einem Mal ganz auf und es wird sonnig. Der Strand ist schneeweiß und super lang. Denkt man sich die grünen Hügel dahinter weg, könnten wir auch grad in der Südsee sein. Türkisfarbenen See, Strand, 25m hohe Dünen, ein Traum! Egal wie kalt das Wasser auch ist, jetzt raus aus den Schuhen und hinein! (ok, nur bis zu Waden, das Wasser ist schmerzhaft kalt!)

Ich weiß nicht genau wie lange wir an diesem Strand entlanggehen aber er nimmt irgendwie keine Ende. Naja, irgendwann natürlich schon und wir erreichen die Überreste der Balnakeil Church mit ihrem verwilderten Friedhof. Der berüchtigte Räuber  und Mörder Domhnull MacMhurchaidh fand hier seine letze Ruhestätte. 18 Menschen soll er getötet und im Blow Hole der Smoo Cave versenkt haben. Anscheinend durfte er nur für gutes Geld in der Kirche beigesetzt werden bzw. halb drin, halb draußen sprich in der Wand. Zu guter letzt laufen wir zum Balnakeil Craft Village und zu Cacao Mointain! Mitten im dünnbesiedelten, einsamen schottischen Norden habe ich zielsicher den Chocolatier gefunden! Und die heiße Schokolade ist wirklich eine der besten, die ich je getrunken haben und die Dark Whisky Trüffel sind ein kleines Stück Himmel! Mit einem Abendessen im  Smoo Cave Hotel geht unser Tag im hohen Norden zu Ende.

GPS Track »Faraidhead«

08.06.12 Freitag

Der vorletze Tag weckt uns mit reichlich Sturm und Regen, der heute waagerecht unterwegs ist! Wenn man aus dem Fenster blickt, hat das was von Waschstrasse! Aber wir hatten soviel grandioses Wetter, wir wollen uns nicht bescheren. Nach einem phantastischen Lachsfrühstück verlassen wir den Norden und da das Wetter grade wirklich nicht einladend ist, fahren wir ohne Zwischenstopp südwärts. Bis wir das Dunrobin Castle bei Golspie erreichen ist es einigermaßen trocken. Wir sind genau passend für die Flugschau des Falkners Andy Hughes. Und die ist wirklich richtig toll! So ein inniges Verhältnis von Raubvogel und Falkner habe ich noch nicht gesehen!  Habicht, Falke und Uhu zeigen ihre Flugkünste, pfeilschnell der Falke Monkey und völlig lautlos der Uhu Cedar! Toll!

Seit 1460 ist das Castle Sitz der Grafen und Herzöge von Sutherland. Die der Öffentlichkeit zugängliche Räume zeigen den Prunk aus vergangenen Tagen. Privatbibliothek, nerzbesetzen Staatsgewänder und Mahagonimöbel im Chippendalestil. Im großen Saal ist eine Tafel eingedeckt und man kann fast schon ein Echo der hier gefeierten Party’s hören! Da sie am Wege liegt, besuchen wir noch die Glenmorangie Destillery. Interessant zu sehen, dass es bei dem immer grundlegend gleichen Destillationprozess so vielen Unterschiede in der Produktion gibt. Irgendwann erreichen wir dann Inverness und mit dem Lynver Guest House unser letztes B&B auf unsere Reise. Toll! Riesenbad! Schöne eingerichtet! Wir lassen unseren Tag und auch unsere Reise in der Castle Tavern ausklingen. Morgen ist Abreisetag *heul*

09.06.12 Samstag

Nieselregen – Abreisetag – Schwermut!

Aber das absolut phantastische Frühstück rettet den Tag. Wir dürfen das Auto beim B&B lassen und gehen noch ein bisschen Stadtbummeln. Der Nieselregen ist dabei allerdings irgendwann wirklich lästig. So besuchen wir viele Outdoorläden, den Victorian Market und auch das große Einkaufscenter weil es uns dann doch zu klamm wird. Ich stürze mich nochmal in Unkosten weil auf der  kleinen grünen Tweedhandtasche steht irgendwie mein Name. Unseren Mittagssnack nehmen wir im John McNab mit Blick auf Inverness Castle und dann heißt es Anschied nehmen. Wir fahren zum Flughafen, dort das Übliche und dann raus zum Flieger, nochmal ein Atemzug schottische Luft (mit etwas Kerosin), ein Blick zurück auf der Treppe, das wars!! Zwei Wochen Schottland, 1238 Meilen, Wanderungen, Sonne, Meer, Schafe, Dünen, Pubs und viel schottische Gastfreundschaft!

Immer wieder eine Reise wert und wir sind uns jetzt schon sicher, wir kommen wieder!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.