2011.09 Wanderung von Altastenberg nach Winkhausen

Was ein Wetter! So ein schöner Spätsommertag will genutzt werden! Der Hochsauerländer Kammweg von Züschen nach Winkhausen klingt zwar verlockend, bringt aber als Streckenwanderungen einen gewissen logistischen Aufwand (sprich zwei Autos) mit sich. Daher entscheiden wir uns kurzerhand dazu einfach eine Idee bei verwandern.de zu stibitzen:

Von Altastenberg über den Kammweg bis Winkhausen und über den X27 über Nordenau wieder zurück (ca.27km)!

Gedacht, getan am Sonntagfrüh machen wir uns auf und kommen kaum ein paar Meter weit, da ist die langärmelige Jacke schon zu warm 🙂 . Der Weg ist bis auf ein zwei Stellen gut ausgezeichnet, so dass der Streik des GPS nicht so ins Gewicht fällt. Trotz des perfekten Wetter begegnen uns erstaunlich wenige Wanderer, ein paar Mountainbiker und das war‘s auch schon. Da wir ohne Frühstück aufgebrochen sind, holen wir dieses am Kleinen Bildchen nach bevor wir weiterziehen durch die schönen bunten Buchenwälder.

Hier und da hat Kyrill seine Spuren hinterlassen und es öffnen sich grandiose Aussichten in das Sorpetal. Einige Kilometer und diverse Fotostopps später erreichen wir die „Schöne Aussicht“ auf dem Schellhorn, wo wir noch eine Rast einlegen (Danke an Grisu&Dirk, war die besten Stelle dafür!). Auf einem quasi nicht mehr vorhandenen Weg geht es durch den Wald abwärts wieder auf die eigentliche Route. Als Rückweg nehmen wir bis zur Drehschlade den gleichen Weg, dann biegen wir auf dem X27 Richtung Nordenau ab. Auch hier schöne Buchenwälder, herbstlicherweise bewerfen uns die Bäume fleißig mit Eckern 🙂

Da es bis Nordenau fast stetig bergab geht, müssen wir zu guter letzt natürlich wieder hoch nach Altastenberg, was die letzten 3km nochmal etwas anstrengend macht. Nodernau selbst liegt sehr malerisch und hat viele teilweise über 200 Jahre alte Fachwerkhäuser. Das Wahrzeichen von Nordenau ist die Burgruine Nordena, kurz „Burg Rappelstein“. Schließlich erreichen wir in Altastenberg wieder  unser Auto, da ich finde, wir sind genug gelaufen, sparen wir uns die 4km Hin und Retour auf den Kahlen Asten und fahren dorthin.

Einen tolles Abendessen im Turm und ein Traumsonnenuntergang über der Heide machen den Tag zu einem perfekten Wanderausflug – genauso muss das sein! 🙂

GPS Daten :

Gesamtstrecke: 25.93 km
Maximale Höhe: 789 m
Gesamtanstieg: 688 m
Download file: 092011_altastenberg.gpx

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2011.09 Herbsttouren Hohe Tauern

Nur ein paar Tage nach der Hochtourenwoche im Engadin ging´s nun wieder in die Alpen. Region Hohe Tauern – unser Herbstklassiker – Standort: Wanderhotel Kirchner, Mühlbach im Pinzgau. Die geplante Anreise Samstag 27.08.11 pünktlich zum Wildkogel Hillclimb. Leider kam alles etwas anders. Die Anreise verlief zwar problemlos und wir nahmen unser Frühstück am Hintersee im Felbertal, doch leider änderte sich dann die Wetterlage. Starker Regen, der in 1600m Höhe in Schnee überging und für eine feste Schneedecke sorgte. Ich entschied mich das Rennen nicht anzugehen und hoffe auf besseres Wetter im nächsten Jahr.

Sonntag: Das Wetter hat sich komplett gedreht – Sonnenschein und eine schöne klare, frisch gewaschene Fernsicht. Die teilweise noch angezuckerten Berge sehen sehr verlockend aus. Lioba hat sich für heute folgende Tour ausgesucht: Den Zwölferkogel (2.281 m), einen anspruchsvollen Aussichtsberg, mit ca. 1600hm im Auf und Abstieg. Nach ca. 4h erreicht man in einem kleinen Kessel auf 2082m den blaugrünen Karsee. Von hier ist es nun noch eine halbe Stunde bis zum Gipfel. Die Aussicht ist überwältigend! Von den Zillertaler über die Kitzbühler Alpen – Wilder Kaiser – Hochkönig – Glockner und Granatgruppe bis zur Venedigergruppe. Alles im schönen leicht weißen Kleid und wolkenlosem Himmel. (Anmerkung Lioba: Die Tatsache das ich die letzten Meter bis zum Karsee eher gekrochen bin, lassen wir mal unerwähnt! Für die erste Tour für mich in dieser Höhe war die Auswahl nicht so gut!)

Blick Richtung Venedigergruppe

GPS Daten :

Gesamtstrecke: 18.23 km
Maximale Höhe: 2280 m
Gesamtanstieg: 1639 m
Download file: 092011_zwoelferkogel.gpx

Montag: Nach einem wie üblich tollen Frühstück steht heute (mal wieder) Lioba’s Lieblingstour auf dem Programm: Das urigen Wildgerlostal und die Zittauerhütte (Auf & Abstieg 960hm). Und es ist wie immer toll! Beim Aufstieg begegnen wir einem fleißigen „Wegewart“, der sich drum kümmert, dass der Weg gut begehbar bleibt. An der Zittauerhütte herrscht Badewetter (wer sich halt traut), da heute ausnahmsweise mal kein Wind geht. Zur Stärkung gibt es einen Kaiserschmarren und zwar nur eine Portion, die immer noch gut ausreicht für zwei!

Dienstag: Leider sieht das Wetter heute nicht mehr so gut aus und da wir, naja ok weil Lioba, doch noch etwas platt ist von den letzten beiden Touren, geht es heute zum Bummeln ins Untersulzbachtal und zur Finkalm und Stockeralm (Käse auf der Finkalm, Kuchen auf der Stockeralm 🙂 ).

Mittwoch: Der Wecker steht auf 05:00 *gähn* die Sonnenaufgangswanderung lockt uns aus den Federn. Mit einer Handvoll andere Wackerer, die sich aus dem Bett gepellt haben, machen wir uns mit Wanderführerin Martina auf zur Resterhöhe. Dieses Farbenspiel begeistert doch immer wieder und das gemütliche Frühstück auch. Kaum wieder unten zieht sich der Himmel leider rasch zu. Trotzdem machen wir uns auf zum Enzingerboden und fahren mit der Seilbahn hoch zur Rudolfshütte. Bei heftigem Wind und sich ständig verschlechternden Wetterverhältnissen drehen wir unsere Runde um den Weissee auf dem Gletscherlehrpfad. Die Gipfel verschwinden mittlerweile in den Regenwolken, so dass wir uns gegen einen Gipfelsturm entscheiden und über eine Reihe von Leitern wieder absteigen. Leicht angefeuchtet erreichen wir wieder die Hütte und kehren ein, was wir aber auch gut hätten lassen können, da wir hier eher den Charme einer Autobahnraststätte mit Selbstbedienung vorfinden.

Donnerstag: Wetter passt und auf geht es zur Bike & Hike Tour: Mit dem MTB bis Hollerbach, mit der Panoramabahn bis zur Resterhöhe (ultrafitten können natürlich auch rauf radeln), dann wieder per Bike über die Stangenhochalm zum Stangenjoch, „Parken“ der MTB und  danach zu Fuß (ist ja klar) auf den Großen Rettenstein 2362m. Anschließend Abfahrt über die Baumgartenalm durchs Mühlbachtal zurück zum Hotel.
Klingt easy – ist es aber nicht!
Problem 1: steil berg ab ist ein großer Angstfaktor!
Problem 2: Der Pfad auf den Rettenstein führt durch Steinschlagzonen und es ist Konzentration gefordert um nix loszutreten. Manch ein Mitwanderer ist da eher großzügig und wir beten dass unten sich niemand in der Schlagzone befindet als ein Stein neben uns runter rauscht, den ein „Speedwanderer“ in Turnschuhen losgetreten hat. Aber Hauptsache der war am schnellsten auf dem Gipfel – unverantwortlich!
Diesmal erreichen wir auch den Gipfel (ha!!) und beenden das Projekt „Rettenstein“, das wir 2004 begonnen hatten.
Klar ist, dass wir nicht an der Baumgartenalm einfach vorbeifahren können, zumal wir ja auch unsere Käsevorräte aufbessern müssen. Und so landen wir wieder bei Ernst und seinem Enzian 🙂  Ein kleines Gewitter sorgt für einen hübschen Regenbogen, ist aber ansonsten harmlos. Bis wir aus dem Tal raus rollen ist der Regen bereits vorüber.

(Anmerkung Lioba: Nicht unerwähnt bleiben soll an dieser Stelle, dass ich das letzte voll fiese, schlimm steile, schotterige Wegstück gefahren bin!!)

Freitag: Heute mal was ganz anderes: Städtetour Salzburg!
Wir besichtigen ausgiebig die Festung Hohensalzburg, besuchen den Dom, schlendern an Mozarts Geburtsthaus vorbei und erstehen im Café-Konditorei Fürst die einzigen echten Originalen Mozartkugeln – eine tolle Stadt!

Samstag: Der Kreis schließt sich! Am Hintersee vorbei steigen wir über den Terassensteig zur St. Pöltener Hütte (Auf & Abstieg 1300hm). Ignoriert man die Hochspannungsmasten ist auch dieses Tal sehr schön. Beim Abstieg über das Trudental begegnen wir etwas unterhalb der Hütte zwei Mountainbikern und später zwei weiteren. Irgendwie erscheint uns das wenig sinnvoll ein Rad zu tragen statt zu fahren. Auch der weitere Wegverlauf lässt annehmen, dass von den 1300hm, die es zu überwinden gilt, 1250hm getragen werden müssen.
Naja,  wer’s mag…..
Das Trudental entpuppt sich als extrem laaaaaaaaaaaaaangwierig und da die Sonne ordentlich auf uns drauf brutzelt ist der Abstieg schweißtreibender als der Aufstieg.
Hohe Tauern 2011 – abwechslungsreich, viel Neues, viel Altbewährtes und wie immer eine tolle Woche Urlaub in den Bergen!

GPS Tracks werden später hier als Download bereitgestellt !

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2011.08 Traumtouren Bernina und Albula Alpen

15.08.2011 – nach drei verschobenen Anläufen wegen schlechten Wetters, sollte es nun am Montag den 15.08 klappen. Thomas und ich starteten unsere Tour um 5:00h in der früh über die A5 Richtung Schweiz. Nach einer reibungslosen Fahrt erreichten wir am frühen Nachmittag den Albulapass. Am Parkplatz starteten wir den Aufstieg zur Es-cha Hütte, unsere Unterkunft für die nächsten 2 Tage. Nach einem kleinen Gewitter in den Abendstunden klarte der Himmel Gott-sei-Dank auf. Um 6:00h anderen Tags ging es los zum Piz Kesch, unserem Ziel für diesen Tag. Kurz hinter der Es-cha Scharte auf 3008m betraten wir den Vadret da Porchabella. Nach kurzer Zeit erreichten wir den Einstieg in die Kletterpassage. Die Kategorie der Tour ist PD (peu difficile oder wie der Schweizer sagt „wenig schwierig“) 35° im Eis und leichte Kletterei im II Grad. Bei bester Fernsicht erreichen wir den Gipfel in 3418m. Tolle Aussichten lassen uns träumen … Bernina Alpen, Tödi, Ortler und andere Gipfel sind zum greifen nah. Aber die eine Frage geht uns durch den Kopf – wird das Wetter halten? Abstieg zur Es-cha Hütte – beim Abendessen eine Überraschung, eine 4-köpfige MTB Gruppe aus Betzdorf auf einer 5tägigen Tour sind ebenfalls Gäste der Hütte.

Am nächsten Tag steigen wir ab und fahren nach Pontresina. Durchs lange Rosegtal (Kutscher hatten Pause) folgen wir den Weg zur Tschiervahütte. Die Wettervorhersage ist noch vielversprechend! Um kurz nach 21h gehts ins Bett… Tagesziel für morgen via Biancograt zum Piz Bernina ! Kategorie der Tour AD (assez difficile – ziemlich schwierig)

2:20h ab in den Waschraum – Sachen packen – ein kurzes Frühstück und kurz nach 3:00h geht es los. Durch den leicht mit Nachfrost überzogenen Klettersteig kommen wir pünktlich zum Sonnenaufgang an der Fuorcla Prievlusa 3400m an. Am laufenden Seil durch die erste 120m hohe Kletterpassage (UIAA bis zu III+) erreichten wir ohne Schwierigkeiten in 45 Minuten (!!) den steilen Firngrad unterhalbs des Biancogrates. Nur noch ein kurzer Aufschwung dann konnte der Spass beginnen. Ein Traum von einem tiefblauen Himmel und der gefrorene Schnee glitzert im Sonnenschein. 1,5km bei bis zu 45° und ca. 420hm, eine ware Himmelsleiter, die aber einige »Körner« kostet. Kurz vor 10 Uhr erreichen wir den Piz Bianco (Alv) auf 3995m. Nach einer kurzen Rast geht’s mit Steigeisen weiter zur zweiten Kletterpassage, wieder bis zu III+. Ohne Probleme erreichen wir die Abseilpassage, wo neue Bohrhaken Sicherheit geben. Auch der Aufstieg zu den zwei Türmen in festen Trittfirn sind kein Problem. Nach einer weiteren Abseilpassage erfolgt nun der Gipfelaufschwung, meisten im II. Grad, jedoch musste man dort auf alle Bohrhaken verzichten, da diese unter dem Schnee begraben waren. Bei leicht aufsteigenden Nebelschwaden erreichten wir die 3 Gipfel des Piz Bernina´s in 4049m. Berg heil 🙂

Ohne Zeitprobleme konnten wir uns einen ausgiebige Pause auf dem Gipfel leisten. Bei Abstieg über den leicht sulzig werdenden Spalla Grat mussten wir zwei mal mit Eisschrauben nachsichern, danach erfolgten mehrere Abseilpassagen und Abstieg über ein großes sehr sulziges Schneefeld bevor wir kurz vor den Fuorcla Crast Agüzza auf der Marco e Rosa Hütte ankamen. Ein leckers Calandra Dosenbier(Yam!) erwartete uns vom Hüttenwirt Giancalo „Bianco“ Lenatti. Na dann Prost! Nach einem reichhaltigen 3 Gänge Menü (absolut lecker – bestes Hüttenessen!) fielen wir um halb 10 doch etwas geplättet ins Bett.

4:20h ach du Schreck der Wecker bimmelt – Katzenwäsche und Frühstück folgen! 6:00h Aufbruch über die Eisbrüche der Bellavista Terrasse zur Fuorcla Bellavista. Nun ging’s über den felsigen Grat des Piz Spinnas in sehr schöner leichter Kletterei hinauf zum Hauptgipfel des Piz Palü´s 3905m. Bei perfekten Wetterbedienungen konnte ich diesmal die Aussicht richtig genießen – da ich 2008 diese Überschreitung von Ost nach West (Abstieg über Fortezzagrat) schon einmal gemacht hatte. Ohne Beeinträchtigungen durch Windböen überschritten wir die recht ausgesetzten Firnübergänge. Der Abstieg erfolgte von Ostgipfel über die bis zu 40° abfallenden Schnee und Eishang. Ein wunderschöne Eiswanderung über die Spalten des Persgletscher ermöglichte uns tiefe Einblicke. Im unteren Teil der Cambrena Eisbrüche konnten wir die grandiosen Eistürme , die »Séracs«, bestaunen. Entlang des Fusses vom Piz Trovat folgtem wir den weiß-blauen Alpinweg zur Diavolezza Hütte. Dort erwartete und ein kleiner Kulturschock. Ein Jazz-Festival – in 3000m höhe – gefühlt 1000mio Menschen – Klasse -:) Eine traumhafte Tour ließen wir am Abend bei einem wundervollen Sonnenuntergang und leckerem 4 Gänge Hüttenmenü inkl. Erdinger Weizen ausklingen. Das Projekt „Piz Bernina“ ist somit erfolgreich abgeschlossen – Danke an Thomas – immerwieder gerne … Tolles Team ! (Schade das Markus nicht mitkommen konnte!)

»Immer dabei waren unsere Gedanken an Marc Treude, unseren DAV Bergkammeraden der in diesem Jahr durch einen tragischen Bergunfall ums Leben kam!«

 

 Für die GPS Daten der drei Haupttouren bitte auf weiterlesen drücken.

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