2019.09 – Hochtourenwoche im Aostatal – Italien

In diesem Jahr war es etwas schwierig einen Termin für die Hochtour zu finden. Die letzte Möglichkeit war die erste Septemberwoche. Leider war das Wetter fast im kompletten Alpenraum extrem unbeständig. Die Wetterlage im italienischen Aostatal war noch die Verheißungsvollste. Am 4. September fuhren wir los. Unser erstes Ziel Ponte im Valsavarenche. Vom Parkplatz in Ponte stiegen wir zur Rifuigo Emanuelle II auf. Die Hütte ist okay und nach einer kurzen Nacht brachen wir früh auf. Da der Normalweg auf den Gran Paradiso nicht mehr möglich war, mussten wir einen kleinen Umweg in kauf nehmen. Über einen Klettersteig kamen wir in knapp 3700 m wieder auf den alternativen Normalweg. Von hier aus folgten wir dem Ghiaccio Schiena d’Asino rechts bis unterhalb des Gipfels. Über eine kleine Blockkletterei erreicht wir den Gipfel mit der weißen Madonna in 4061 m. Am frühen Nachmittag kamen wir wieder  wohlbehalten die Hütte an. Da wir nach dieser Tour einen Gebietswechsel machen mussten, wollten wir lieber noch eine Nacht in der Höhe übernachten, um besser akklimatisiert zu sein.

Im Abstieg am nächsten Morgen planten wir unsere Möglichkeiten und entschieden uns für das Monte-Rosa-Massiv und den Zustieg über das Val di Gressoney. Kurz nach der Abfahrt erreichten uns die ersten dicken Regenwolken die uns bis fast zum Zielort Tschaval begleiteten.

 

Glücklicherweise war es im ersten Teil trocken, nur weiter oben begann leichter Schneefall. Kurz vor 18 Uhr erreichten wir – ein bisschen durchgerfohren das Rifugio Capanna Giovanni Gnifetti in 3647 m. Eine fast leere Hütte mit einem schönen warmen Aufenthaltsraum – tolles Essen und tolle Zimmer. Nach einer fast erholsamen Nacht starteten wir am frühen Morgen zur Vincentpyramide 4215 m. In einer erst recht festen Spur kamen wir recht zügig zum Gipfel. Die fast 1 Meter Neuschnee waren da noch kein Problem, da doch einige Mitstreiter unterwegs waren. Den Weg zum Balmenhorn war im Schnee schon anstrengender und im Aufstieg zum Coma Nero mussten wir abwechseln spuren. Leider lang in der Aufstiegsflanke zuviel Schnee, sodass uns die letzten 50hm verwehrt blieben. Wir entschieden uns dazu die Ludwigshöhe und Parrotspitze auszulassen und über den tief verschneite Normalroute zur Punta Gnifetti aufzusteigen. Je höher man kam, umso schlechter wurde die Sicht und bis kurz unterhalb der Gipfelhütte konnte man nichts sehen. Der Wind nahm extrem zu und Nebelschwaden schossen über den Gipfelkamm, sodass wir froh waren die Hüttentür hinter uns schließen konnten. Die Übernachtung am Gipfel der Punta Gnifett in 4554 m , auf der höchsten Hütte der Alpen (Margheritahütte), ist wirklich eine tolle Erfahrung, vor allem weil dies die letzte Übernachtung der Saison war. Mit knapp 10 Mitsteitern wurden wir vom Hüttenteam köstlich versorgt.

 

Am nächsten Morgen das gleiche Bild – extrem windig. In der Abstiegsflanke langen gut 1,2 Meter Schnee. Nach einer Kontrolle, ob der Schnee trägt, stiegen wir alle zusammen ab. Leider war es heute auch nicht möglich einen anderen auf dem Weg liegenden 4000der zu besteigen. Am Nachmittag klarte es immer weiter auf und wir entschieden uns eine weitere Nacht auf der Capanna Gnifetti Hütte zu übernachten. Leider sanken die Temperaturen weiter auf minus 18 Grad. Die komplette Hütte war eingefroren inkl. Toiletten. Klasse! Nach einem gemütlichen Frühstück stiegen wir in schönem Sonnenschein am Morgen ab. 

 

Es folge nun die Heimreise – wie immer machten wir auf der Rückreise noch einen Stopp auf der Hälfte der Strecke. Am Kaiserstuhl konnten wir ein nettes Hotel ausfindig machen und bei einem gemütlichen Abendessen unsere Hochtourenwoche ausklingen lassen.

Jens

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2018.08 – Hochtour im Wallis – SUI

… ein etwas verspäteter Hochtourenbericht von August 2018!

Bestes Wetter in vielen Teilen Deutschland – jedoch nicht im August 2018 im Alpenraum. Wie schon in den vergangenen Jahren haben wir unsere geplante Hochtour drei-mal verschoben. Am 13.August konnten wir dann trotzdem Starten.

Unser Ziele:
Britanniahütte 3030m
Allalinhorn über den Hohlaubgrad 4027m Hin und Zurück

Gesamtstrecke: 8.99 km
Maximale Höhe: 4031 m
Gesamtanstieg: 1183 m
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Grand Mountet 2886m
Zinalrothorn über den Nordgrad 4221m

 

Viele Dank an Thomas!

Jens

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2017.08 Hochtour ins Schweizer Wallis und Alpinklettern im Wetterstein

nach mal wieder zweimaligen verschieben unserer geplanten Hochtour, hat es dann am 20. August geklappt die Tour zu starten. Ich traf mich mit Thomas, der bereits in der Schweiz war, im Städtchen Visp. Danach fuhren wir wie verabredet nach Saas Grund. Von dort mit der Hoch-Saas Bahn zum Kreuzboden. Nach einem kurzen Aufstieg erreichten wir die Weismieshütte. Unsere Einstiegstour diesmal ein leichter 4000er – die Weismies 4027m Kategorie PD. Früh am Morgen stiegen wir auf Richtung Hoch-Saas. Oberhalb der Unterkunft bestiegen wir den Triftgletscher. Diesen quert man und erreiche einen großen Eisbruch.

In Zickzack steig man sehr schnell auf. Nach dem Erreichen des Kamms folgt man diesen bis zum Gipfelaufschwung. Hier wurde es recht schnell ungemütlich. Die Temperaturen lagen bereits unter Null Grad und der Wind frischte deutlich auf. Leider war die Sicht am Gipfel gegen Null und die Windgeschwindigkeit glich einem kleinen Sturm so das der Windchill Effekt die -10° Grad erreichte. In einer windgeschützten Mulde zogen wir uns am Gipfel noch die Thermowäsche an. An einen langen Aufenthalt war nicht zu denken und so entschieden wir uns recht schnell für den Abstieg. 

Am nächsten Tag stiegen wir weiter ab ins Tal. Nach abchecken der Wetterlage entschieden wir uns nicht auf die Grand Mountet ins Val d’Anniviers zu wechseln sondern nach Täsch auf die Täschhütte. Eine neu umgebaute Hütte mit alten Scharm und kostenlosen W-Lan?!

Um 3:00Uhr ist die Nacht vorbei. Wir starten nach einem kleinen Frühstück zum Rimpfischhorn Kategorie AD- max 3 Grad. Eine recht lange Tour von der Täschhütte. Das Wetter ist gut aber recht kühl. Nach einem knackigen Anstieg erreicht man ein Plateau mit herrlichem Ausblick auf die umliegenden Gipfel die in der aufgehenden Sonne leuchten – einfach genial. Von hier aus muss man leider 200 hart erkämpfte Höhenmeter absteigen um auf den Gletscher zu gelangen. Wir queren den Mellichgletscher und gelangen nach einiger Zeit auf den Rimpfischsattel auf über 4000m. Nun geht es steil hinauf und in schöner Kletterrei max. 3 Grad erreichen wir den Gipfel in 4199m. Der Abstieg führt über den gleichen Weg zurück zur Hütte.

Entspannt geht es am nächsten Tag zurück nach Ottawe. Unser Ziel für heute Abend heißt Garmisch Patenkirchen.

Nach einigen Stunden – die wir etwas unterschätz haben – erreichen wir am Abend GAP. In einem Gewitter mit extremen Regenschauern suchen wir uns noch schnell eine Unterkunft. Wir hofften das sich am nächsten Tag der Regen verzogen hat und wurden nicht enttäuscht. Früh am Morgen fuhren wir zur Alpspitzbahn. Zum Einstiegspunkt unserer Kletterroute benötigten wir nochmals 30 Minuten.  Den ersten Teil der Tour BW3 / Meckipfeiler max.4- Grad, von hier geht man über die Adamplatte max. 4 Grad zum Gipfel. Der Rückweg führt über einen gesicherten Steig auf der Rückseite der Alpspitze zurück zur Station. Nach einer erfrischenden Dusche geht es zu Abendessen in das Gasthaus zur Schranne mit Livemusik und leckerem Weissbier.

Gesamtstrecke: 15.52 km
Maximale Höhe: 4208 m
Gesamtanstieg: 1834 m
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Jens

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2016.08 Unvollendete Hochtour im Wallis – Schweiz

Am 31.07 brachen Thomas und ich zu einer Hochtour ins Schweizer Wallis auf. Am Nachmittag erreichten wir den Parkplatz oberhalb von Zinal im Val d’Anniviers. Zur Akklimatisation übernachteten wird in der Cabane du Petit Mountet auf 2142m. Am nächsten Morgen brachen wir zur Grant Mountet Hütte auf. Leider war der alternative Weg über den Glacier du Zinal wegen einem Erdrutsch nicht begehbar. Wir stiegen deshalb wieder ein wenig ab und nahmen den Normalweg hinauf zur Hütte auf 2886m. Nach einer angenehmen Nacht wollten wir eine Eingeh-/Akklimatisierungstour unternehmen. Über den kleinen Kletterberg Le Mammouth 3219m eine AD 3- Tour zum Fuß des Blanc du Moming. Von dort aus steigen wir in leichter Kletterei 3 hinauf zum Domé auf 3650m und dann über eine Firnflanke zum Blanc du Moming 3665m. Im Abstieg über den gleichen Weg bis zum Fuß des Berges. Danach über die Endmoräne des Glacier du Mountet zur Hütte. Leider habe ich bei dieser Tour ein Problem mit der Leiste festgestellt. »Im nachhinein war es ein Leistenbruch«. Wir mussten schweren Herzens die folgenden Touren abbrechen und am nächsten morgen nach Zinal absteigen. sorry Thomas !!!

Die geplante Tour über den Nordgrat auf das Zinalrothorn sowie den Alphubel und das Rimpfischhorn werden wir im nächsten Jahr noch einmal angehen.

Gesamtstrecke: 12.75 km
Maximale Höhe: 3666 m
Gesamtanstieg: 1964 m
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Jens

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2015.08 Hochtourenwoche in der Dauphiné (französische Westalpen)

geplante Touren:

  • Tete Nord du Replat – 3442m – East South Ridge – PD / Klettertour 3b*
  • Le Rateau 3809m F im Eis 3c* im Fels (lange Tour 5-6h nur Gipfel)
  • Barre des Ecrins – 4102m PD+ 3c* / Dome de Neige – 4008m PD
  • Alternative: La Meije 3983m (Pic Central 3970m 3c* oder Pic Oriental 3891m)

Nach einem Bericht in der DAV Panoramazeitschrift wurde von ca. zwei Jahren unser Interesse an der Dauphine geweckt. Eine sehr wilde abgelegene Gegend mit steilen hohen Bergen und häufigen Schönwetterphasen im Sommer dank der Nähe zum Mittelmeer.

Eine ordentliche Vorbereitung für solch ein Abenteuer ist ein Muss! Drum wird Kondition durch Biken und Laufen trainiert. Kletterroutine können wir am Elberskamp, Scharpenbeul und Kapplerstein erlangen. Detailierte Informationen bekommen wir auch durch einen Besuch bei unserem Kletterfreund Henk. Nach einmaligen Verschieben unserer Tour starten wir am Samstag den 15. August Richtung Süden. Über Basel, Bern, Grenobel erreichen wir gegen Abend  »Saint Christophe en Oisans«. Unsere Unterkunft »Plan du Lac« liegt direkt am Fluss Le Vénéon.

Am nächsten Morgen starten wir erst zu einen kleinen „Einkletterei“ in der Nähe von La Berarde. Etwas später am frühen Nachmittag fahren wir dann zum Wanderparkplatz oberhalb von »Saint Christophe en Oisans«. Von hier starten wir unseren Aufstieg zum Refuge de la Selle. Im Tal scheint die Sonne jedoch ein Blick hinauf Richtung Selle Hütte lässt erahnen, dass es etwas ungemütlich werden kann. Dicke Wolken ziehen auf…

Gesamtstrecke: 7.92 km
Maximale Höhe: 2676 m
Gesamtanstieg: 1087 m
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Eine halbe Stunde später bekommen wir eine ungewollte Dusche. Doch leider hält dieser Zustand weiter an und wir müssten einen Belastungstest unserer Wetterschutzausrüstung durchführen. Wir erreichen die Sellehütte etwas klamm – aber die Ausrüstung hält Stand. Wir sind heute die einzigen Gäste der Hütte und deshalb können wir die etwas feuchten Sachen im Aufenthaltsraum der Hütte bei ca. 18° trocken. Die Hütte ist rustikal aber die Pächter sind freundlich und hilfsbereit. Ein leckeres Abendessen lässt unsere Akkus wieder aufladen. Ein Blick nach Draußen – Sicht 1m! Aber der Hüttenwirt meint, dass es morgen Klasse wird… Wir legen uns früh hin den um 4:00h ist Frühstück.

0:55h ich checke die Wetterlage weil ich mal austreten muss und die Toilette 50m vom Haupthaus ist. Sternenklar! Goil… Wir frühstücken in aller Ruhe und starten im Dunkeln Richtung Gletscher. Dort steigen wir durch ein kleines Geröllfeld ab und können ohne Steigeisen die ersten Meter auf dem Eis zurücklegen. Der Gletscher ist Flach, Aper und lässt sich sehr gut begehen. Am Fuss des Tête Nord & Sud du Replat wird es ziemlich steil. Nach 250hm erreichen wir den Col du Replat. Hier steigen wir ab bzw. nutzen die Abseilpiste. Etwas Links gelegen beginnt der South-East Ridge Klettergrat. Eine 1,5 stündiger Kletterspaß – ausgesetzt aber nicht zu schwierig max. 3b*. Angekommen am Gipfel des Tête Nord du Replat auf 3442m hat man einen 360° Panoramablick auf die lokalen Berge der Ecrins. Zum Abstieg nutzen wir einen weitere Abseilpiste durch die wir wieder auf den Glacier de la Sella absteigen können. Am Nachmittag sind wir schlussendlich wieder auf der Hütte. Dummerweise ist einer meiner Wanderstöcke durchgebrochen – Schade nach 14 Jahren Einsatz hat er mich nun verlassen… buhääh!

Gesamtstrecke: 8.87 km
Maximale Höhe: 3449 m
Gesamtanstieg: 1045 m
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Außer uns sind nun noch acht Franzosen auf der Hütte eingetroffen. Das Abendessen ist okay. Um 20Uhr schlagen 10 völlig fertige Hochtourengeher in der Hütte ein. Fast regungslos sitzen oder liegen die Leute eine Stunde Eingangsbereich rum. Krass! Wir haben Glück und so werden die Neuankömmlinge in ein anderes Zimmer verfrachtet und wir können gut schlafen – den die Nacht ist kurz. Frühstück 3Uhr.

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