2015.08 Hochtourenwoche in der Dauphiné (französische Westalpen)

geplante Touren:

  • Tete Nord du Replat – 3442m – East South Ridge – PD / Klettertour 3b*
  • Le Rateau 3809m F im Eis 3c* im Fels (lange Tour 5-6h nur Gipfel)
  • Barre des Ecrins – 4102m PD+ 3c* / Dome de Neige – 4008m PD
  • Alternative: La Meije 3983m (Pic Central 3970m 3c* oder Pic Oriental 3891m)

Nach einem Bericht in der DAV Panoramazeitschrift wurde von ca. zwei Jahren unser Interesse an der Dauphine geweckt. Eine sehr wilde abgelegene Gegend mit steilen hohen Bergen und häufigen Schönwetterphasen im Sommer dank der Nähe zum Mittelmeer.

Eine ordentliche Vorbereitung für solch ein Abenteuer ist ein Muss! Drum wird Kondition durch Biken und Laufen trainiert. Kletterroutine können wir am Elberskamp, Scharpenbeul und Kapplerstein erlangen. Detailierte Informationen bekommen wir auch durch einen Besuch bei unserem Kletterfreund Henk. Nach einmaligen Verschieben unserer Tour starten wir am Samstag den 15. August Richtung Süden. Über Basel, Bern, Grenobel erreichen wir gegen Abend  »Saint Christophe en Oisans«. Unsere Unterkunft »Plan du Lac« liegt direkt am Fluss Le Vénéon.

Am nächsten Morgen starten wir erst zu einen kleinen „Einkletterei“ in der Nähe von La Berarde. Etwas später am frühen Nachmittag fahren wir dann zum Wanderparkplatz oberhalb von »Saint Christophe en Oisans«. Von hier starten wir unseren Aufstieg zum Refuge de la Selle. Im Tal scheint die Sonne jedoch ein Blick hinauf Richtung Selle Hütte lässt erahnen, dass es etwas ungemütlich werden kann. Dicke Wolken ziehen auf…

Gesamtstrecke: 7.92 km
Maximale Höhe: 2676 m
Gesamtanstieg: 1087 m
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Eine halbe Stunde später bekommen wir eine ungewollte Dusche. Doch leider hält dieser Zustand weiter an und wir müssten einen Belastungstest unserer Wetterschutzausrüstung durchführen. Wir erreichen die Sellehütte etwas klamm – aber die Ausrüstung hält Stand. Wir sind heute die einzigen Gäste der Hütte und deshalb können wir die etwas feuchten Sachen im Aufenthaltsraum der Hütte bei ca. 18° trocken. Die Hütte ist rustikal aber die Pächter sind freundlich und hilfsbereit. Ein leckeres Abendessen lässt unsere Akkus wieder aufladen. Ein Blick nach Draußen – Sicht 1m! Aber der Hüttenwirt meint, dass es morgen Klasse wird… Wir legen uns früh hin den um 4:00h ist Frühstück.

0:55h ich checke die Wetterlage weil ich mal austreten muss und die Toilette 50m vom Haupthaus ist. Sternenklar! Goil… Wir frühstücken in aller Ruhe und starten im Dunkeln Richtung Gletscher. Dort steigen wir durch ein kleines Geröllfeld ab und können ohne Steigeisen die ersten Meter auf dem Eis zurücklegen. Der Gletscher ist Flach, Aper und lässt sich sehr gut begehen. Am Fuss des Tête Nord & Sud du Replat wird es ziemlich steil. Nach 250hm erreichen wir den Col du Replat. Hier steigen wir ab bzw. nutzen die Abseilpiste. Etwas Links gelegen beginnt der South-East Ridge Klettergrat. Eine 1,5 stündiger Kletterspaß – ausgesetzt aber nicht zu schwierig max. 3b*. Angekommen am Gipfel des Tête Nord du Replat auf 3442m hat man einen 360° Panoramablick auf die lokalen Berge der Ecrins. Zum Abstieg nutzen wir einen weitere Abseilpiste durch die wir wieder auf den Glacier de la Sella absteigen können. Am Nachmittag sind wir schlussendlich wieder auf der Hütte. Dummerweise ist einer meiner Wanderstöcke durchgebrochen – Schade nach 14 Jahren Einsatz hat er mich nun verlassen… buhääh!

Gesamtstrecke: 8.87 km
Maximale Höhe: 3449 m
Gesamtanstieg: 1045 m
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Außer uns sind nun noch acht Franzosen auf der Hütte eingetroffen. Das Abendessen ist okay. Um 20Uhr schlagen 10 völlig fertige Hochtourengeher in der Hütte ein. Fast regungslos sitzen oder liegen die Leute eine Stunde Eingangsbereich rum. Krass! Wir haben Glück und so werden die Neuankömmlinge in ein anderes Zimmer verfrachtet und wir können gut schlafen – den die Nacht ist kurz. Frühstück 3Uhr.

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Jens

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2014.08 Hoch»wasser«tour in den Stubaier und Ötztaler Alpen

Voller Tatendrang starten wir – Martin, Horst-Dieter und ich am Freitag Mittag unsere Fahrt nach Sölden in Tirol. Ohne Schwierigkeiten erreichen wir bei schönem Wetter unsere Unterkunft bei Alexandra Fiegl. Zum Gemeinsamen Abendessen treffen wir auch unsere anderen Mitstreiter(innen) Jessica, Carsten und Hans. Da unsere erste Hütte auf 3200 Meter liegt hatten wir uns kurzerhand entschieden, wenigstens einmal auf 1400 Meter zu Übernachten um eventuellen Kopfschmerzen vorzubeugen ;-). Nach einer erholsamen Nacht, fahren wir am nächsten Morgen mit dem Auto zum Parkplatz Timmelsbrücke im Südtirol. Von dort aus startet unsere Tour hinauf durchs Timmelstal, entlag der Timmelsalm weiter am Schwarzsee vorbei zur Schwarzwandscharte (leider mit viel Regen). Von dort gings in zwei Seilschaften üben den Übeltalferner zum Becherhaus in 3200 Meter Höhe.

Gesamtstrecke: 11.34 km
Maximale Höhe: 3192 m
Gesamtanstieg: 1809 m
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Am Becherhaus erwartet uns ein herzlicher Empfang. Wie gut das Carsten unseren Hüttenwirt Ernst sehr gut kennt und so bekommen wir in der vollen Hütte ein kleines separates Lager nur für uns – Klasse und vielen Dank! Im Generatorraum ist es möllig warm und so sind unsere Sachen, die doch recht nass geworden waren, schnell trocken. Nach einem späteren Abendessen planen wir bei einem leckerem Bierchen noch unsere Tour für morgen. Danach gings ins Bett.

Verwundert wache ich nach einer »fast« durchgeschlafen Nacht – was auf dieser Höhe eher selten ist – auf und sehe einen grandiosen Sonnenaufgang. Ein sehr einfaches Frühstück stärkt uns für den Tag. Danach geht´s hinauf zum Signalgipfel auf 3399m. Über den »Roten Grat« geht es zum Geißwandferner und von dort zur Teplizer Hütte. Eine kurze Rast und schon wandern wir weiter Oberhalb des Vogelhüttensees. Die letzte Etappe ist der Aufstieg zurück zum Becherhaus über einen gesicherten Steig. Ein leckers Abendessen in einer nur noch halb vollen Hütte lassen den Abend entspannt ausklingen…

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Jens

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2013.07 Hochtour im Schweizer Oberwallis

trotz unserer Flexibilität beim planen der diesjährigen Hochtour blieben nicht mehr viele Tage übrig, so dass wir (Thomas K. und ich) notgedrungen auch eventuell mit nicht ganz optimale Bedingungen diesen Termin nutzen mussten. Am letzten Mittwoch im Juli ging es um kurz nach 4:00Uhr los. Die Fahrt war problemlos und verlief ähnlich wie letztes Jahr. Im Schweizer Spiez kurz vor Interlaken am Thunersee fuhren wir von der Autobahn ins Kandertal. Wir folgten dem Tal bis zur Autoverladung in Kandersteg wo wir für 22CHF viel Zeit sparen konnten. (Transferdauer: 15min). In Goppenstein angekommen fuhren wir die letzten 40km bis zum Parkplatz in Saas-Grund. (5CHF pro Tage recht günstig). Nach einem kurzen Materialcheck stiegen wir im tollen Sonnenschein zur Weissmieshütte auf. (2726m) Leider hatten sich ein paar helle Wolken auf die Spitzen der 4000er gesetzt, jedoch konnte man es auf der Sonnenterasse gut aushalten und Thomas kostet erst einmal den pikanten Käsekuchen – Lecker! Da die Hütte nur zu 50% belegt war, gab’s genügend Platz für alle – ohne zu kuscheln.

2013_wallis_pano_kl_1

Nach einer schlaflosen Nacht für mich, gings um kurz vor 4 zum Frühstück. Im dunklen suchen wir uns den Weg zum Einstiegspunkt am Fuß den Lagginhorns. Die ersten Höhenmeter gings über Blockkletterei max. II hinauf bis zur Stelle wo der Alternativweg bzw. der Anstieg von der Station Hochsaas auf den Grat trifft. Von dort ab geht es an einem meist breiten Grat hinauf, der bei dem vielen festen Trittfirn mit Steigeisen gut gegangen werden kann. Die Verhältnisse sind Top – kaum Wind kein Blankeis und der Aufstieg ist im Schatten des Bergs. Im angenehmen Tempo erreichen wir recht zügig den Gipfel in 4010m Höhe. Von der einen Seite zog viel Dunst auf, der aber immer hinterm Berg gehalten wurde, so dass wir Richtung Mischabelgruppe und Monte Rosa eine tolle Fernsicht hatten.

Gesamtstrecke: 7.74 km
Maximale Höhe: 4018 m
Gesamtanstieg: 1331 m
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Da wir ganz alleine auf dem Gipfel waren und die Wetterlage stabil war, können wir uns richtig viel Zeit nehmen um die Stimmung zu genießen. Der Abstieg wird auf der Aufstiegsroute absolviert, wir nahmen nur am Beginn des Gletschers die Alternativroute und folgenden nun aber dem Gletscherfluss und gelangen über einige Geröllhalden auf den Pfad zur Weissmieshütte. Als Einstiegstour war dieser leichte aber nicht zu unterschätzende 4000er genau der Richtige. Wir blieben nun eine weitere Nacht auf der Weissmieshütte und stiegen nach einem späteren Frühstück ab. Am Auto angekommen tauschen wir noch ein bisschen Material aus und nahmen den Postbus nach Saas-Fee.

Wir sparen uns die ersten 300hm und nutzen die Hannig Bergbahn. Von dort aus ging es erst über saftig blühende Wiesen langsam schlängelnd nach Oben. Einige Höhenmeter nach dem Wegweisser Schönegge startet der Klettersteig der bis zur Hütte stetig steil hinaufführt. Alles ist Top gesichert mit Drahtseilen und Steighilfen. Nach ca. 3h ab Station Hannig hatten wir die Mischabelhütte auf 3340m erreicht. Die Hütte ist recht neu ausgebaut worden und liegt wirklich Klasse, wie ein Adlernest an einer Felskante. Eine Tolle Aussicht auf Lagginhorn und Weissmies bei schönstem Wetter. Abendessen in zwei Schichten – da die Hütte ausgebucht war müssen wir nacheinander essen. An unserem Tisch war noch der Bergführer und Sicherheitschef von Saas-Fee der kurz nach der Suppe mit einem Satz vom Tisch aufsprang und zum Telefon rannte. Als er zurückkam schüttelte er nur den Kopf, „eine Dreierseilschaft befand sich um 19:00h noch 50m unterhalb der Lenzspitze in ca. 4250m Höhe vollkommen erschöpft“ meinte er. Leider waren die Bedingungen jetzt nicht mehr Ideal, so dass der Hubschrauber nicht  fliegen konnte. Eine dreiviertel Stunde später kam aber dann die Nachricht – Air Zermatt kommt vorbei und holt den Bergführer von der Hütte ab. Nach 1 Stunde kam der Hubschrauber zurück mit dem Bergführer und 3 etwas angeschlagenen Bergsteigern.

Die Nacht ! Hütte voll – dicht an dicht – ein mini Fenster gekippt – Schnarcher  und bullen Hitze ! Als um 1:45Uhr der Wecker ging brauchte uns dieser nicht zu wecken, da man dort kein Auge zu machen konnte. Was soll´s erst mal Nachtmahl, wenn was rein geht 🙂

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Um 2:30h starteten wir – Aufstieg zum Nadelhorn 4327m. In recht leichter Blockkletterei ging es hinauf bis zum Einstiegspunkt auf dem Gletscher. Von dort an weiter etwas rechts gehalten über den platten Teil des Hohbalmgletscher, der später steil hinauf geht. Am Windjoch  in 3850m angekommen entscheiden wir uns für das Ulrichshorn. Ein kurzer Aufstieg auf knapp unter 4000 Meter beschert und einen tollen Ausblick zur „blauen“ Stunde!

2013_wallis_pano_kl_1

Wir steigen wieder ab und nehmen uns den 500 Meter hohen Gipfelaufschwung des Nadelhorns an. Durch die ca. -8°C war der Firn toll zu laufen doch der Weg zoooog sich sehr in die Länge. Eine kurze Pause passend zum Sonnenaufgang – Grandios ! Danach ein letztes Beißen und kleinere Kletterpassagen und wir standen um 7:00Uhr auf dem Gipfel des Nadelhorns. Leider konnte man dort keine Richtige Gipfelrast einlegen, da von unten viele Seilschaften anströmten. Wir entschieden uns abzusteigen und weiter über den Nadelgrat zu gehen. Im Übergang zum Stecknadelhorn ging es über ein nur wenige Zentimeter breite Trittfläche – die aber toll zu gehen war! Hinauf auf das Stecknadelhorn (4241m) geht es wieder über leichte Kletterei im II und III Grad. Wir hatten uns am Vortag schon über die weiteren Tage Gedanken gemacht und es eventuell in Betracht gezogen, keinen Abstieg zu Domhütte zu machen, da eine Schlechtwetterfront heute Nacht einsetzen und den nächsten 3 Tagen Niederschläge und Gewitter bringen sollte.

Gesamtstrecke: 8.25 km
Maximale Höhe: 4332 m
Gesamtanstieg: 1294 m
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Wir überlegten kurz und entschieden uns für einen Abstieg über die Mischabelhütte nach Saas-Grund. Nach einen Totalabstieg auf 1850m – vielen Dank an meine Knie ! fuhren wir wieder mit dem Postbus nach Saas-Grund. Dort suchten wir uns noch eine kleines Hotel und ließen diese etwas kurze aber intensive  Hochtour bei einem Appenzeller Naturtrüb und einem Käsefondue ausklingen. Wie versprochen zogen am anderen Morgen die Berge zu. Den Dom werden wir bestimmt in unsere nächste Tour im Wallis integrieren.

Wieder einmal vielen Danke an Thomas !

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2012.01 Film und Fotovortrag

Thomas Kerstein und ich werden am 20. Januar 2012 bei Hochtourengruppenabend des DAV Siegerland einen Film und HD-Foto Vortrag zeigen. Beginn 19:30h  im Sektionsheim Siegen (Leimbachstraße).

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2011.08 Traumtouren Bernina und Albula Alpen

15.08.2011 – nach drei verschobenen Anläufen wegen schlechten Wetters, sollte es nun am Montag den 15.08 klappen. Thomas und ich starteten unsere Tour um 5:00h in der früh über die A5 Richtung Schweiz. Nach einer reibungslosen Fahrt erreichten wir am frühen Nachmittag den Albulapass. Am Parkplatz starteten wir den Aufstieg zur Es-cha Hütte, unsere Unterkunft für die nächsten 2 Tage. Nach einem kleinen Gewitter in den Abendstunden klarte der Himmel Gott-sei-Dank auf. Um 6:00h anderen Tags ging es los zum Piz Kesch, unserem Ziel für diesen Tag. Kurz hinter der Es-cha Scharte auf 3008m betraten wir den Vadret da Porchabella. Nach kurzer Zeit erreichten wir den Einstieg in die Kletterpassage. Die Kategorie der Tour ist PD (peu difficile oder wie der Schweizer sagt „wenig schwierig“) 35° im Eis und leichte Kletterei im II Grad. Bei bester Fernsicht erreichen wir den Gipfel in 3418m. Tolle Aussichten lassen uns träumen … Bernina Alpen, Tödi, Ortler und andere Gipfel sind zum greifen nah. Aber die eine Frage geht uns durch den Kopf – wird das Wetter halten? Abstieg zur Es-cha Hütte – beim Abendessen eine Überraschung, eine 4-köpfige MTB Gruppe aus Betzdorf auf einer 5tägigen Tour sind ebenfalls Gäste der Hütte.

Am nächsten Tag steigen wir ab und fahren nach Pontresina. Durchs lange Rosegtal (Kutscher hatten Pause) folgen wir den Weg zur Tschiervahütte. Die Wettervorhersage ist noch vielversprechend! Um kurz nach 21h gehts ins Bett… Tagesziel für morgen via Biancograt zum Piz Bernina ! Kategorie der Tour AD (assez difficile – ziemlich schwierig)

2:20h ab in den Waschraum – Sachen packen – ein kurzes Frühstück und kurz nach 3:00h geht es los. Durch den leicht mit Nachfrost überzogenen Klettersteig kommen wir pünktlich zum Sonnenaufgang an der Fuorcla Prievlusa 3400m an. Am laufenden Seil durch die erste 120m hohe Kletterpassage (UIAA bis zu III+) erreichten wir ohne Schwierigkeiten in 45 Minuten (!!) den steilen Firngrad unterhalbs des Biancogrates. Nur noch ein kurzer Aufschwung dann konnte der Spass beginnen. Ein Traum von einem tiefblauen Himmel und der gefrorene Schnee glitzert im Sonnenschein. 1,5km bei bis zu 45° und ca. 420hm, eine ware Himmelsleiter, die aber einige »Körner« kostet. Kurz vor 10 Uhr erreichen wir den Piz Bianco (Alv) auf 3995m. Nach einer kurzen Rast geht’s mit Steigeisen weiter zur zweiten Kletterpassage, wieder bis zu III+. Ohne Probleme erreichen wir die Abseilpassage, wo neue Bohrhaken Sicherheit geben. Auch der Aufstieg zu den zwei Türmen in festen Trittfirn sind kein Problem. Nach einer weiteren Abseilpassage erfolgt nun der Gipfelaufschwung, meisten im II. Grad, jedoch musste man dort auf alle Bohrhaken verzichten, da diese unter dem Schnee begraben waren. Bei leicht aufsteigenden Nebelschwaden erreichten wir die 3 Gipfel des Piz Bernina´s in 4049m. Berg heil 🙂

Ohne Zeitprobleme konnten wir uns einen ausgiebige Pause auf dem Gipfel leisten. Bei Abstieg über den leicht sulzig werdenden Spalla Grat mussten wir zwei mal mit Eisschrauben nachsichern, danach erfolgten mehrere Abseilpassagen und Abstieg über ein großes sehr sulziges Schneefeld bevor wir kurz vor den Fuorcla Crast Agüzza auf der Marco e Rosa Hütte ankamen. Ein leckers Calandra Dosenbier(Yam!) erwartete uns vom Hüttenwirt Giancalo „Bianco“ Lenatti. Na dann Prost! Nach einem reichhaltigen 3 Gänge Menü (absolut lecker – bestes Hüttenessen!) fielen wir um halb 10 doch etwas geplättet ins Bett.

4:20h ach du Schreck der Wecker bimmelt – Katzenwäsche und Frühstück folgen! 6:00h Aufbruch über die Eisbrüche der Bellavista Terrasse zur Fuorcla Bellavista. Nun ging’s über den felsigen Grat des Piz Spinnas in sehr schöner leichter Kletterei hinauf zum Hauptgipfel des Piz Palü´s 3905m. Bei perfekten Wetterbedienungen konnte ich diesmal die Aussicht richtig genießen – da ich 2008 diese Überschreitung von Ost nach West (Abstieg über Fortezzagrat) schon einmal gemacht hatte. Ohne Beeinträchtigungen durch Windböen überschritten wir die recht ausgesetzten Firnübergänge. Der Abstieg erfolgte von Ostgipfel über die bis zu 40° abfallenden Schnee und Eishang. Ein wunderschöne Eiswanderung über die Spalten des Persgletscher ermöglichte uns tiefe Einblicke. Im unteren Teil der Cambrena Eisbrüche konnten wir die grandiosen Eistürme , die »Séracs«, bestaunen. Entlang des Fusses vom Piz Trovat folgtem wir den weiß-blauen Alpinweg zur Diavolezza Hütte. Dort erwartete und ein kleiner Kulturschock. Ein Jazz-Festival – in 3000m höhe – gefühlt 1000mio Menschen – Klasse -:) Eine traumhafte Tour ließen wir am Abend bei einem wundervollen Sonnenuntergang und leckerem 4 Gänge Hüttenmenü inkl. Erdinger Weizen ausklingen. Das Projekt „Piz Bernina“ ist somit erfolgreich abgeschlossen – Danke an Thomas – immerwieder gerne … Tolles Team ! (Schade das Markus nicht mitkommen konnte!)

»Immer dabei waren unsere Gedanken an Marc Treude, unseren DAV Bergkammeraden der in diesem Jahr durch einen tragischen Bergunfall ums Leben kam!«

 

 Für die GPS Daten der drei Haupttouren bitte auf weiterlesen drücken.

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